Pestizide

Pestizide in der Neustrasse?

Zu dem geplanten Neubauprojekt "Neustraße" wurde von Dr. Günter Heil folgender Leserbrief verfasst:

Im Rahmen der Bürgerinformationsveranstaltung am 29. Januar wurde von mir ausgeführt, dass Standorte ehemaliger Gärtnereien mit Pestiziden verunreinigt sein können und damit Altlastenverdachtsflächen darstellen. Man hatte mir bei dieser Veranstaltung zugesagt, dem Altlastenverdacht nachzugehen.

Der jetzt im Internet einsehbare Beschlussvorschlag beinhaltet die lapidare Angabe „Die Bedenken bezüglich der Altlastenverdachtsfläche werden zurückgewiesen“. Als Begründung wird angeführt, dass im Altlastenverdachtsflächenkataster der Städteregion das ehemalige Gärtnereigrundstück nicht enthalten sei. Auch sei von der Städteregion keine Stellungnahme abgegeben worden. Daher sei davon auszugehen, dass kein Altlastverdacht vorliegt.
Diese Vorgehensweise der Verwaltung ist erheblich verbesserungsfähig. Man kann nämlich nicht davon ausgehen, dass im Altlastenkataster der Städteregion alle Verdachtsflächen aufgeführt sind. Nachweislich wurden im ehemaligen Gartenbaubetrieb Insektenvernichtungsmittel sowie Wirkstoffe gegen Schadpilze und Unkraut eingesetzt. Das Problem mit den Pestiziden betrifft vor allem die Mengen, die bei der Lagerung, der Abfüllung, dem Ansetzen und Verteilen der Spritzbrühen sowie der Reinigung der Sprühgeräte anfallen und in Boden und Baumaterial gelangen können. Bei Jahrzehnte andauernder Hantierung können, wenn der Ansatzraum nicht völlig abgedichtet ist, erhebliche Mengen der Giftstoffe im Boden angereichert werden. Dabei kommt hinzu, dass die Pestizide der ersten Generation überwiegend schwer, oder im Falle von Arsen überhaupt nicht biologisch abbaubar sind. Pflanzenschutzmittel mit Arsen waren bis 1974 zugelassen. Es ist somit nicht auszuschließen, dass in einem begrenzten Bereich der früheren Gärtnerei eine hohe Belastung vorliegt. Ob dies so ist, kann nur durch eine fachgerechte Analyse ermittelt werden. Entweder zeigt sich dann, dass keine erhöhten Schadstoffwerte auftreten. Oder die Analyse deckt eine hohe Konzentration in einem kleinen örtlichen Bereich auf. Dann kann das belastete Material entsorgt werden. Will man aber auf Analysen verzichten, so kann nicht ausgeschlossen werden, dass hoch kontaminierter Boden ausgebaggert und verteilt wird und giftiger Staub auf Nachbargrundstücke und die Freifläche des angrenzenden Kindergartens gelangt. Das wäre nicht nur verbesserungsfähig, sondern verantwortungslos.

Foto: Klaus Steves / pixelio.de

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