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Pressespiegel: Notfallpraxen bleiben vorerst

 Die Kassenärztliche Vereinigung will 20 von 61 Praxen schließen. Die Ärztekammer Nordrhein macht diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Bewährte Strukturen müssten erhalten bleiben.

 Düsseldorf. Die Ärztekammer Nordrhein hat Pläne der Kassenärzte zur Schließung zahlreicher ambulanter Notfallpraxen inNRW ausgebremst. Die Vertreterversammlung lehnte eine Notfalldienstreformzunächst ab und will „gewachsene Strukturen“ erhalten. Bürger müssten sich darauf verlassen können, dass in zumutbarer Entfernung die bewährt hohe Qualität der ärztlichen Versorgung weiter zur Verfügung stehe. Die Kassenärztliche Vereinigung hatte mit ihrem Vorstoß zur Schließung von 20 der 61 Notfallpraxen auch in unserer Region für erhebliche Unruhe gesorgt. Zurzeit existieren im Kreis Heinsberg drei Notfallpraxen, im Kreis Düren zwei, in der Stadt Aachen eine und in der Städteregion Aachen vier Notfallpraxen. Fünf dieser zehn sollten nach den Plänen bis 2016 wegfallen.

 Aus Sicht der Ärztekammer, die für den heilberuflichen Auftrag zuständig ist, soll sich eine Reform aber nur auf Regionen beschränken, in denen Patienten heute nicht optimal versorgt werden.Wo sich Strukturen bewährt hätten, müssten sie erhalten bleiben. Für den Kammerpräsidenten Rudolf Henke geht Sorgfalt vor Schnelligkeit. Nach Angaben des Kammer- Sprechers Horst Schumacher wollen Klinikärzte „ihre Arbeit in der stationären Notfallversorgung weiterhin konzentriert wahrnehmen, ohne dass es zu einer Mehr- oder sogar Überlastung durch die Versorgung ambulanter Notfälle kommt“. Da sowohl Ärztekammer als auch Kassenärztliche Vereinigung für die Notfallversorgung zuständig sind, muss nun ein Kompromiss gefunden werden. „Dabei müssen die Interessen der Bürger, der niedergelassenen Ärzte und auch der Krankenhäuser berücksichtigt werden“, sagte Henke im Gespräch mit unserer Zeitung.
 Bürgermeister und Sozialverbände hatten die Sorge geäußert, dass Patienten nach der Reform nicht mehr ortsnah versorgt werden könnten und Menschen dann die teilweise jetzt schon überlasteten Notfallambulanzen der Krankenhäuser aufsuchten. „Es ist doch klar, dass die Menschen im Notfall nicht an drei oder vier Kliniken vorbeifahren, um die für sie zuständige Notfallpraxis zu erreichen“, sagte Henke.
 Im Bereich Westfalen-Lippe waren bereits vor vier Jahren nach einer Reform zentrale Notfallpraxen eingeführt worden – oft direkt angegliedert an Kliniken. Die Kassenärzte im Rheinland hatten beklagt, dass die Belastung von Ärzten vor allem in ländlichen Gebieten zu hoch sei, weil sie zu viele Notdienste im Jahr leisten müssten. Mit solchen Aussichten locke man keinen Nachwuchs aufs Land. (wg/ai)

Quelle: Stolberger Zeitung 23.03.2015

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