Pressespiegel: Schonfrist für Notfallpraxen

Nach Einwänden von Ärztekammer und Krankenhäusern ist die Kassenärztliche Vereinigung zu weiteren Verhandlungen bereit. Pro Klinik soll künftig ein Mediziner erster Ansprechpartner für Patienten sein.
Die Schließung von Notfallpraxen in der Region ist nach Informationen unserer Zeitung offenbar vorerst vom Tisch. Einwände der Krankenhäuser und der Ärztekammer haben die Kassenärztliche Vereinigung (KV) zum sogenannten Heinsberger Modell gebracht: Ein KV-Arzt soll künftig in der Aufnahme jedes Krankenhauses in den Kreisen Aachen, Düren und Heinsberg erster Ansprechpartner der Notfallpatienten sein und darüber befinden, ob ein Fall für Krankenhaus- oder kassenärztliche Behandlung vorliegt.

Außerdem will die KV im gesamten Bezirk Nordrhein zentral gesteuerte Fahrdienste ohne Anbindung an eine Notfallpraxis schaffen: Eine Koordinationsstelle schickt die mobilen Ärzte von Patient zu Patient. Die Zahl der Notfallfahrzeuge wird nach einem Schlüssel bestimmt, der sich an Fläche und Einwohnerzahl der Bezirke orientiert. Auch bei der Ausstattung der Fahrzeuge ist Standardisierung erwünscht. So hat die KV beschlossen, dass nicht mehr eigene Autos, sondern Fahrzeuge medizinischer Dienstleister mit Fahrer unterwegs sein sollen, die die Ärzte zum Einsatz bringen.

Lothar Nossek, Vorsitzender der KV-Kreisstelle Aachen, spricht von einer „Botschaft“ aus Düsseldorf, über die noch diese Woche mit NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens gesprochen werde, und mit der die KV an den Krankenhausverband herantreten wolle, um ein gemeinsames System zu erarbeiten. Nach Nosseks Einschätzung werden „die alten Systeme erst einmal für die nächsten zwei Jahre erhalten bleiben“.

Für die KV-Zentrale in Düsseldorf, so sagt deren Sprecher Christopher Schneider, sei ohnehin klar, dass es ein bis zwei Jahre dauere, bis Strukturen flächendeckend verändert seien. Schließlich hätten die Kreisstellen Vorleistungen zu erbringen, vor allem Miet- und Personalfragen zu klären. Mit Blick auf die Kliniken erinnerte er daran, dass deren Bereitschaft Voraussetzung der Zusammenarbeit sei. Auch wenn nur eine gesetzliche Verpflichtung zur allgemeinärztlichen Notfallbehandlung besteht, will die KV fachärztliche Notdienste vorhalten: Hals-, Nasen-, Ohren- (HNO), kinder- und augenärztlichen Notdienst soll es an zentralen Stellen geben. Das könnte bedeuten, dass in Aachen der HNO-Dienst nur am Klinikum angeboten wird – und Kinderärzte vom Klinikum und von der Kinderklinik des Stolberger Bethlehem-Krankenhauses kooperieren, erläutert Lothar Nossek.

Quelle: Stolberger Zeitung, 14.04.2015

 

 

 

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